Secret Life

„Monster gibt es wirklich, und Geister gibt es auch. Sie leben in unserem Inneren und manchmal gewinnen sie.“ (aus: Stephen Kings Vorwort zur Sonderausgabe „The Shining“ von 2001/USA)  

DreamcatcherShining

  Von Zeit zu Zeit gewinnt die Dunkelheit in mir die Oberhand. Dann werde ich von Albträumen heimgesucht. Die Bilder in meinem Kopf werden so real, dass ich Traum und Wirklichkeit in den ersten Augenblicken nach dem Aufwachen kaum voneinander unterscheiden kann. Lauert das Monster noch unter meinem Bett?  

Brennen muss SalemSIE

  Zu meinem 14. Geburtstag bekam ich mein erstes Stephen-King-Buch und damit erhielt ich meine stärkste Waffe im Kampf gegen die bösen Geister. Ich brauchte nicht mehr zu träumen, ich durchlebte lesend den Albtraum und besiegte ihn.  

CarrieES

  Diese Serie ist sehr persönlich, zeigt mich als Stephen Kings Werkzeug im Kampf Gut gegen Böse. Denn die Monster gewinnen nicht immer. Die einzelnen Bilder entstammen in erster Linie aus den Büchern, die ich bereits in den 80er Jahren gelesen habe. Bis heute gehört Stephen King zu meinen Lieblingsautoren. Er ist mein Traumfänger.  

In einer kleinen StadtDer Nebel

Erneut habe ich am Photocentrum der Gilberto Bosques VHS Friedrichshain-Kreuzberg eine Jahresprojektklasse bei Ebba Dangschat besucht, die mit einer gemeinsamen Abschlussausstellung im Projektraum des Kunstquartier Bethanien in Berlin-Kreuzberg im Dezember 2016 endete.

Das Thema Secret Life hat mich sehr gereizt, wer kennt schon die Geheimnisse der anderen Menschen:

"Das Verborgene kann im Kopf, aber auch ganz real existieren. Viele Menschen leben zeitweise in einer Parallelwelt, die außerhalb der primären Wahrnehmung existiert. Auch das Eintauchen in mit Erinnerung belehnten Orten und gesammelte Objekte gehören dazu. Geheime Welten existieren in Zwischenräumen. Dort, wo sonst niemand hinschaut oder auch nicht hinschauen will. Sie behalten ihren exklusiven Charakter, eben weil sie nicht für jeden zugänglich sind. Es gilt, Zeichen zu setzen oder zu dechiffrieren, in tiefere Ebenen zu schauen, mit Hilfe von Bildern Dinge erscheinen zu lassen, die nicht gesagt werden wollen, können oder sollen."
Durch wiederkehrende Albträume seit frühester Kindheit entstand die Idee zu meiner Selbstportrait-Serie nach den Werken von Stephen King, da sich bereits lange Jahre Bilder in meinem Kopf manifestiert haben, die ans Licht gebracht werden wollten. Dieser Projektkurs gab mir Zeit und Raum, die Bilder endlich fotografisch umzusetzen und meine Albträume einzudämmen. Ich besuchte mehrere Lost Places in und um Berlin, die ich durch go2know im Rahmen von begleiteten Touren betreten durfte. Weitere Bilder entstanden im Studio der befreundeten Foto-WG. Insgesamt handelt es sich um die Ergebnisse von einem Jahr Arbeit. Die Serie ist aus meiner Sicht noch nicht abgeschlossen, Stephen King hat viel mehr geschrieben, u.a. auch seine Dunkle-Turm-Saga. Es gibt noch soviel mehr zu zeigen und zu verarbeiten. Die Albträume hören nicht auf, ich kann sie nur in Schach halten.....